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18.07.26   16:34:53

Westdeutschlands Persilscheindemokratie - Ein Beispiel von Millionen


Der Fall Theodor Maunz

Ein Beispiel für „klassische“ Doppellung: Für mein Diplom in Politikwissenschaft hatte ich mich mit Verfassungsrecht zu beschäftigen. Als das damals geeignetste Lehrbuch galt das „Deutsche Staatsrecht“ des Verfassungsrechtlers Theodor Maunz, das bereits mehr als zehn Auflagen erreicht hatte (33 waren es bis 2017).
Maunz war nach dem Krieg bayerischer Kultusminister gewesen (CSU), und ich kam zu der Überzeugung, er sei irgendwie sozial-liberal gesonnen, was damals im Schwange war. Was ich zunächst nicht wusste: Er war Kronjurist im „Dritten Reich“ gewesen, vollkommen von der Ideologie des NS-Systems überzeugt. Und nun der Punkt: Nach seinem Tod wurde ruchbar, dass er sich heimlich „gedoppelt“ hatte. Denn der in der Bundesrepublik hoch angesehene Jurist blieb zugleich ein überzeugter Nazi, versteckt freilich hinter dem Professorentitel und einem Schauspiel enormer Seriosität.
Wie konnte ein viel gelobter Interpret des Grundgesetzes zugleich ein Altnazi sein? Für Maunz war der Nazi-Wahnsinn keine ferne Irrenanstalt, in der er mal einsaß, sondern eine aktuelle Leidenschaft, die er etwa in der Weise bediente wie ein pädophiler Bischof seine sexuellen Obsessionen. Während er im Blatt der alten Krieger, der „Deutschen National- und Soldatenzeitung“, unter Pseudonym den Faschisten gab, betonte er in offizieller Rolle die Bedeutung der rechtsstaatlichen Demokratie. Er zelebrierte seine Doppellung also nicht nacheinander wie die anderen, sondern zur gleichen Zeit, hauchdünn angesiedelt neben einer manifesten (westdeutschen Persilscheindemokratie-) Schizophrenie. [overton]



©  Rex Joswig (H.I.P.) Grossansicht, Zurück zur Gesamtübersicht #artdisc.org Mediathek

Der Mond


Kunst von Rex Joswig
inseriert: 22.10.21
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Der Mond

Lass uns die Nacht verschwenden
Du und ich wir wissen wo das Feuer brennt
Der Mond stirbt vor Sehnsucht
Nach dem Tag kreist nervös das Blut

Die Sanduhr lässt die Körner falln
Ein Augenblick von Zeitgefühl
Wir sind dem Morgenrot verfallen
Mein Blut gerinnt im Regenschauer

Und der Mond raucht Marihuana
Vor lauter Sehnsucht nach dem Tag
Wird ihm noch das Herz verbrennen
Keiner wird es je verstehn
Dass der Mond die Sonne mag

Gedanken hart wie Pflastersteine
Welken weich in Vorstadtgrauen
Lassen uns vermissen
Den feuchten Hieb von Tinte auf Papier
Ich glaube ihr seid gar nicht von Hier

Und der Mond raucht Marihuana
Vor lauter Sehnsucht nach dem Tag
Wird ihm noch das Herz verbrennen
Keiner wird es je verstehn
Das der Mond die Sonne mag
Ein Hauch von Bittersweet
Weht durch die Stadt

Es ist nicht leicht zu singen
Jeder von uns hat nur ein Lied
Und in der Wüste wird es klingen
Als hätten wir die Winde noch gebucht
Und durch die Zeit treibt ein Schmetterling

Und der Mond raucht Marihuana
Vor lauter Sehnsucht nach dem Tag
Wird ihm noch das Herz verbrennen
Keiner wird es je verstehn
Dass der Mond die Sonne mag
Dass der Mond die Sonne mag
Vor lauter Sehnsucht nach dem Tag
Vor lauter Sehnsucht
Und der Mond
Ich und Du
Und der Mond