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WEIHNACHT OHNE ZIEGE - ALLES LÜGE. Mein Freund Josch züchtet Ziegen in der Uckermark. Und die

WEIHNACHT OHNE ZIEGE - ALLES LÜGE. Mein Freund Josch
züchtet Ziegen in der Uckermark. Und die sind wirklich
stark - im Geschmack und nach dem Verzehr als Wirkung für
die einzelne Person, den Esser - sowieso. Ich sage nur -
Dank Josch - Mein Leben


Kunst von sc.Happy
inseriert: 15.12.09
Hits: 1990

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Alle Jahre wieder, die quälende Frage, was nur zum Fest speisen. Hier Klartext zum Thema gesprochen:

Leute. Esst Ziege.

Gründe, die für die Ziege sprechen:
Ziege essen, heisst Menschheitsgeschichte verdauen.

In uralter Zeit dienten ferner dünne, ungegerbte Ziegenhäute als Beschreibstoff. Erst Jahrhunderte später werden Schriftrollen aus Pergament angeboten. Oder: 1960 geht der Bergsteiger Sir Edmund Hillary Gerüchten über Yetis nach. Der Yetiskalp, aus einem Kloster in Tibet mitgebracht, entpuppt sich als Pelzmütze aus Ziegenleder. Oder: Reinhold Messner, der den Schneemenschen entdeckt haben will (Zitat: Wir standen uns Auge in Auge gegenüber), hat ein gestochen scharfes Photo von einer Superziege gemacht, erst in der Wildnis des Himalaja zusammen mit all den blutrünstigen Legenden, die sich die Himalaja-Bewohner über den Yeti erzählen, zu diesem Fabelwesen geworden.

Nehmt Ziegenfleisch. Ohne Ziege Weihnacht Lüge.

Stellt Euch das berühmte Einhorn nicht weiter mit dem Aussehen eines Pferdes vor. Seht als als Ziege. Denkt Euch die Ziege mit einem langen, geraden Horn auf der Stirn, das Lendenkraft symbolisiert. Seht das lüsterne Zickchen den Kopf in den Schoss der heiligen Jungfrau legen. Hackt dem Bock sein Horn ab. Mahlt es. Gebt Rosmarin hinzu. Gewinnt das topsichere Aphrodisiakum zum Fest hinzu. Gebt Euch dem Sinnenrausch hin. Im Ziegenhornrausch hat Rauschenberg eine Ziege ausgestopft, ihr einem Autoreifen um den Bauch gelegt. Und hat mit diesem Mix aus Tier und Automobilzusatzteil die grosse Ära der Pop-Art begründet.

Die Tendenz geht lange schon zur Ziege. Unsere Zukunft heisst Capella, heisst lateinisch Ziege, die ein heller Stern am Himmel ist, Alpha Aurigae genannt, im nördlichen Sternbild Auriga befindlich. Riesig, gelb der Stern. Sein Spektrum dem der Sonne ähnlich. Vierzig Lichtjahre von der Erde entfernt, rät uns der Stern zur Ziege.

Verspeisen wir dieses Jahr zum Festmahl die gehörnte Chimäre der griechischen Mythologie, widmen uns der Ziege. Der Feuer speienden. Der mit dem Kopf eines Löwen, dem Schwanz eines Drachen. Sagt JA zur Ziege. Und sagt Euch, während ihr die Gabel ins Ziegenfleisch stecht: Wenn da auf Erden ein Mädchen je den Kreis der Mädchen verlässt, um zu heiraten, soll das frohe Hochzeitslied erklingen:
Abendstern, bringst alles heim, was / der strahlende Morgen zerstreute / Bringst das Schaf, bringst die Ziege / bringst fort von der Mutter die Tochter.

Essen wir Ziegenfleisch.
Bleiben das Leben lang bei Ziege.
Braten das Symbol des Teufels. Würzen den Satanismus mit Wacholder, Zimt, Kreuzkümmel, Lorbeer. Spicken den Hammel der Hexerei und schwarzen Messen. Legen ihn ins heisses Fett.
Dass er vom Knochen fällt. Dass er im Munde von allein zergeht. Ziege mit Backpflaumen, Schnaps genossen. Leute. Esst Ziege. Und lasst Euch hernach gehen. Beginnt die Ziegenorgie. Erhebt Euch zum Verdauungstanz. Begebt Euch von lüsternen Faunen begleitet vom Tisch weg. Tanzt mit vollem Ziegenbauch, umringt von griechischen Satyrn. Tanzt die Mutter Rhea.
Wie sie den Stein in Windeln wickelt.
Wie Kronos den Stein als falsche Baby verschlingt.
Tanzt den jungen Zeus in Rheas Armen. Stampft den Ziegentakt. Tanzt.
Wie Rhea Zeus nach Kreta schafft, Zeus dort von der Ziege Amalthea gesäugt, von Nymphen grossgezogen wird.
Tanzt Pan, den Gott der Wälder, Felder und der Fruchtbarkeit.

Zeigt Euch zum Familienfest mit Hörnern, Hufen und Ohren einer Ziege ausgestattet.
Tanzt die weltliche Ziege. Werdet im Tanz zum Mischwesen.
Steht ein für die starke und gesunde Natur.
Steht ein für die Welt der Hirten. Bekennt Euch zur Grossen Ziegenherde.

Und freundet Euch alle an mit den wilden Musikern. Tanzt und taumelt zum Fest der Familie.
Springt zum Haus hinaus ins Freie. Umarmt Waldnymphen. Setzt Pan gleich Schilfrohre zur Flöte zusammen.
Spielt ungehindert auf. Sucht die Geliebte auf. Sucht das Weib unterm Tannenbaum als eine lose, nackte Nymphe zu gewinnen.
Last Euch nicht abweisen.

Ihr seid Pan und schön und mit Ziegenfleisch voll und wisst: Das Wort Panik kommt von der Angst der Frauen vor dem Klang Eurer Flöten.

Ruft:
Ja, wir wollen die Wollust wallen lassen.
Her mit der Lust, die nach Hammel duftet.

Und nun nicht gezögert, sondern gar munter wie ein Zicklein frisch losgehüpft. Im Geiste der Ziege. Junge. Mit dem Geschmack des Bocks auf der Zunge.

Frohe Weihnacht war einst.
Heuer lautet der Choral: Mäh, mäh.

Josch und sein grosser Zeugungsmeister MAX.