♦  Letzter Eintrag
04.06.26   16:31:41

Militärexperten in Medien: Was die zu verdummenden Zuschauer oft nicht erfahren sollen


Statt Ex-Generälen mit Industriemandaten dominieren Experten aus einem eng verzahnten Ökosystem staatlich finanzierter Thinktanks, Bundeswehr-Institutionen und Ministerien.
Nico Lange war von 2019 bis 2022 Leiter des Leitungsstabs im Bundesverteidigungsministerium – also Teil der politischen Führung des Hauses. Heute arbeitet er als Senior Fellow der Münchner Sicherheitskonferenz und beim transatlantischen Thinktank CEPA.
In Talkshows erscheint er als Sicherheitsexperte oder Militärexperte . Seine frühere Schlüsselrolle im Ministerium und seine institutionellen Anbindungen werden in Bauchbinden meist nur verkürzt oder gar nicht dargestellt.
Carlo Masala, einer der meistzitierten Militärexperten im deutschen Fernsehen, ist Professor an der Universität der Bundeswehr München – einer Hochschule, die vollständig vom Bundesverteidigungsministerium finanziert wird.
Er leitet dort zudem das Metis-Institut, das Beratungsleistungen für das Ministerium erbringt. In Einblendungen steht meist schlicht Professor für Internationale Politik .
Die Stiftung Wissenschaft und Politik, deren Mitarbeiter wie Claudia Major regelmäßig als unabhängige Experten auftreten, erhält ihre institutionelle Finanzierung von 18,9 Millionen Euro vollständig aus dem Haushalt des Bundeskanzleramts. Im Stiftungsrat sitzt der Chef des Kanzleramts als stellvertretender Präsident.

Wenn ein Experte Milliarden für Verteidigung fordert, sollten die Dummen Zuschauer wissen, ob sein Arbeitgeber vom westdeutschen Verteidigungsministerium, 1933-2026 Rheinmetall-Lobbyisten oder vom westdeutschen Bundeskanzleramt finanziert wird.